Wer schon einmal nach langer Reise seinen Koffer geöffnet und den gesamten Inhalt mit einer kosmetischen Flüssigkeit – sei es Öl oder Creme – durchtränkt gefunden hat, weiß von den Vorzügen des Kosmetikkoffers zu berichten. Er ist mehr als nur ein nützliches und in dem meisten Fällen auch hübsches Accessoire, um darin seine gesamten Kosmetikprodukte aufzubewahren: er bewahrt auch alle auf die Reise mitgenommenen Gegenstände davor, durch Fettflecke irreversibel zerstört zu werden. Doch nicht nur das: der Kosmetikkoffer ist auch synonym für Stilsicherheit und Luxus. Er kommuniziert das positive Lebensgefühl seines Trägers: seht her, scheint der Kosmetikkoffer auszurufen, in mir befinden sich all die Geheimnisse meines Besitzers gegen die Zeichen der Zeit und das Grau des Alltags. Dabei ist seine Funktionalität längst nicht mehr auf das Reisen beschränkt: in vielen Bädern hat er als Aufbewahrungsmöglichkeit für Kosmetikartikel Schränke oder Schubladen abgelöst. Das sieht elegant und zeitgemäß aus und hat den zusätzlichen Vorteil, dass man ihn vor der nächsten Reise einfach zumacht und als Ganzes mitnimmt, statt umständlich seine Kosmetiksachen zusammensuchen zu müssen. Natürlich gibt es Kosmetikkoffer in den verschiedensten Größen und Ausstattungen. Vor der Anschaffung sollte man sich bewusst machen, wofür und wie oft man den Koffer braucht, was alles hineinpassen soll, wie das eigene Reiseverhalten ist und was man für diese Investition ausgeben möchte. Und wenn man sich einmal kurz mit der überraschend abwechslungsreichen Kulturgeschichte des Kosmetikkoffers beschäftigt, erhält man noch zusätzlich originelle Anregungen hinsichtlich Form und Farbe.

Was es beim Kauf des Kosmetikkoffers zu bedenken gilt

Ein paar Basisfunktionen sollte jeder Kosmetikkoffer aufweisen. Zunächst einmal muss er bequem und einfach zu tragen sein. Je nach Größe sollte man sich am besten aussuchen können, ob man ihn an einem gut gepolsterten Handtragegriff oder an einem verstellbaren und bei Bedarf auch abnehmbaren, aber immer gepolsterten Schultergurt trägt. Innen sollte der Kosmetikkoffer verschieden große Steck- und Reißverschluss-Fächer aufweisen, genügend dehnbare Flakon-Schlaufen und mindestens einen, am besten herausnehmbaren Kosmetikspiegel aufweisen. Bessere Kosmetikkoffer haben darüber hinaus schon ein Sortiment an Plastikflaschen und Tiegeln integriert, ein extra abschließbares, nicht auf Anhieb als solches zu erkennendes Schmuckfach und ein vollständiges Nagelpflege-Set, meist in einem kleinen, herausnehmbaren Etui in derselben Farbe wie das Innenfutter.

Die klassische Form des Beautykoffers aus den Zeiten des Empire und noch davor ist rechteckig oder auch quadratisch und dem übrigen Gepäck auch in der Materialgestaltung nachempfunden, die meist außen in Leder und innen in Seide gehalten war. Sollte man Wert auf die visuelle Homogenität seines Gepäckes legen, und spielt mit dem Gedanken, sich ein ganzes Reis-Set zuzulegen, sollte ein Kosmetikkoffer direkt mit dabei sein: fällt einem erst Jahre später ein, dass man einen Solchen doch gebrauchen könnte, ist die entsprechende Serie oft nicht mehr auf dem Markt und man ärgert sich. Übrigens gilt dies für Damen wie für Herren. Während der Kosmetikkoffer nämlich lange der reisenden Dame vorbehalten war, hat sich dies im Zuge der kosmetischen Emanzipation des Mannes gewandelt. Sieht man heute einen Mann einen maskulin gestalteten Kosmetikkoffer vom Gepäckband nehmen, stößt dies eher auf Bewunderung als auf Erstaunen. Lebt man als Paar zusammen, sollte man sich bei der Anschaffung eines Kosmetikkoffers überlegen, diesen eher neutral als zu feminin zu wählen, so dass beide Partner damit verreisen können.

Natürlich bieten alle namhaften Kofferhersteller auch Kosmetikkoffer an. Dies gilt im Besonderen für die französischen Luxus-Lederwarenhersteller, deren Kosmetikkoffer kleine Schmuckstücke und oft Kultgegenstände mit monatelangen Bestellfristen sind. Man muss sich allerdings darüber im Klaren sein, wenn man in ein solches Stück investiert, dass diese am ehesten mal gestohlen werden, da sie kleiner und handlicher als die großen Gepäckstücke sind und man sich mit ihnen schneller entfernen kann. Andererseits verlieren diese Kosmetikkoffer nicht an Wert, solange man sie gut behandelt, und sind dann jederzeit als Vintagestück Second-Hand wieder verkäuflich.

Artenvielfalt

Überhaupt sind die preislichen Differenzen bei Kosmetikkoffern recht hoch, und man sollte sich gut überlegen, wie oft man den Koffer braucht, und welche Ausgabe sich lohnt. Besonders bewährt haben sich Hartschalenkoffer oder Koffer aus Aluminium, da sie widerstandsfähig und ihrem Design nach zeitlos und unauffällig sind. Auffällig dementgegen sind die Lackkosmetikkoffer, die in den Fünfzigern und Sechzigern in den USA sehr beliebt waren und in poppigen Farben wie rosa und hellblau auf den Markt kamen. Wenn man Flohmärkte und Onlineauktionen durchforstet, hat man manchmal das Glück, auf so einen kleinen Schatz zu stoßen. Man muss sich nur darüber im Klaren sein, das Echtlack genauso empfindlich wie Leder sein kann.

Übrigens gibt es auch niedliche Kosmetikkoffer im Miniformat für Kinder. Meistens freuen sich Mädchen über ein solches Geschenk. Diese Kinderkoffer sind oft schon mit Kosmetikprodukten gefüllt, so dass das Schminken vor dem Spiegel oder mit der besten Freundin gleich losgehen kann. Hierbei muss man nur darauf achten, dass das Kind keine Kleinteile verschluckt.

Kosmetikkoffer für den professionellen Einsatz

Natürlich gibt es auch Kosmetikkoffer für den professionellen Gebrauch, hauptsächlich für Visagisten, Kosmetikerinnen, den Friseur- und Nagestudiobedarf. Im Fall der professionellen Nutzung fällt der Kosmetikkoffer größer aus; meist gleicht er eher einer kleinen Kommode aus Metall mit Rollen. Je nach Einsatzzweck ist er zur Unterbringung der für die Ausübung des Berufes benötigten Accessoires entweder spezifisch vorkonfektioniert oder kann beispielsweise durch mitgelieferte Trennplatten frei eingeteilt werden. Bei einem professionellen Kosmetikkoffer muss man auf Stabilität und Kompaktheit achten, da er jeden Tag zum Einsatz kommt, und das oft auf kleinstem Raum, wie den Backstagebereichen von Modeschauen oder kleineren Friseursalons. Sehr vorteilhaft ist für die Mobilität ein zusätzlicher Zuggriff, mit dem sich der Kosmetikkoffer einem Trolley gleich ziehen lässt, und komplett voneinander trennbare Ober- und Unterboxen. Während in den unteren Boxen weniger oft gebrauchte Gerätschaften und Vorratspackungen aufbewahrt werden können, und dieser Teil im Hotel belassen werden kann, nimmt man nur den oberen Teil mit zum Einsatzort. Beide Boxen sollten zusätzlich stabile Tragegriffe haben.

Der Kosmetikkoffer als Vielflieger

Wer häufig reist, sollte sich überlegen, ob ein etwas größerer Kosmetikkoffer Sinn macht, dessen Maße aber unbedingt noch innerhalb der üblichen Größe für das auf Flügen erlaubte Handgepäck liegen sollten. Dann kann man diesen nämlich nicht nur für den Transport der Kosmetik und des Make-Up nutzen, sondern ihn generell zum einzigen Stück Handgepäck machen: Wäsche zum Wechseln, ein Buch, Nachtbekleidung und dergleichen passen eigentlich immer hinein. Beim Packen und im Hinblick auf die erlaubte Mindestanzahl an Gepäckstücken wird der Kosmetikkoffer in der Planung gerne mal übersehen. Er gilt aber als eigenständiges Kofferstück und unterliegt damit allen für Koffer geltenden Bestimmungen. Sollte er nicht als Handgepäck mitgeführt werden, gehen bei der Wahl des Koffers Funktionalität und Stabilität der Form vor Ästhetik: in dem Fall sollte man sich einen Kosmetikkoffer aus Metall, sehr haltbarem Leder oder einen Hartschalenkoffer aus einem Kunststoff anschaffen, und sich darüber bewusst sein, dass er unter Umständen der gleichen verhältnismäßig rauen Behandlung ausgesetzt ist wie der Rest des Gepäckes.

In diesem Fall müssen alle Schraubverschlüsse von Tuben und Flaschen vorab nochmals extra sorgfältig geschlossen werden. Von dem Gebrauch von Glasflaschen ist dann ganz abzusehen. Alle Inhalte solcher Flaschen sollten in die mit guten Kosmetikkoffern schon mitgelieferten Plastikflaschen umgefüllt werden, auch wenn es ein wenig Arbeit macht. Sollte doch mal etwas auslaufen, ist man mit einem Kosmetikkoffer mit abwaschbarem Innenleben besser bedient. Mit Stoff oder Leder ausgestattete Modelle sind zwar edler, aber für eine Reise im Gepäckraum weniger geeignet. Das gleiche gilt für Modelle ohne zuverlässige und durch Fremde nicht zu öffnende Verschlussvarianten. Kosmetik und gerade auch Parfüms können einen bezifferbaren Wert darstellen, der auch Begehrlichkeiten weckt. Wie ärgert man sich da, wenn aus dem Kosmetikkoffer gerade die Cremes verschwunden sind, die man im betreffenden Reiseland gar nicht kaufen kann.

Allerdings gibt es inzwischen viele Länder mit Reisebestimmungen, die eine Mitnahme an Flüssigkeiten aus Angst vor Anschlägen gar nicht mehr im Handgepäck zulassen. Sollte dies der Fall sein, kann man immer noch lediglich unangebrochene Flaschen mit auf Reisen nehmen, diese aber im Koffer lassen, und im Kosmetikkoffer lediglich die festen Make-Up Teile und Ähnliches zurücklassen.

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